Pasteurisierung unerlässlich für litauische AD-Anlage
HRS Heat Exchangers hat einem Entwickler und Betreiber von Projekten für erneuerbare Energien in ganz Europa geholfen, seine 10,8-MW-Anaerobanlage in der Nähe der Stadt Vievis in Südlitauen zu modernisieren.
Die Pflanze
Bei der 2019 eröffneten Anlage handelt es sich um eine hochmoderne Anlage zur Verarbeitung biologisch abbaubarer Materialien, die jährlich etwa 55.000 Tonnen landwirtschaftliche, industrielle und kommunale Abfälle (das entspricht einer Stadt mit 310.000 Einwohnern) verarbeitet, um 86.000 MWh Strom zu erzeugen, was zu einer CO2-Einsparung von 120.000 Tonnen führt. Zu den Rohstoffen gehören landwirtschaftliche Materialien wie Mais, Gras und andere Produkte sowie Abfälle aus der Lebensmittelindustrie einschließlich tierischer Überreste aus Schlachthöfen.
Die Herausforderung
Um tierische Nebenprodukte zu verarbeiten und den dabei entstehenden Gärrest als organischen, erneuerbaren Gründünger verwenden zu können, ist es notwendig, entweder das Ausgangsmaterial oder den Gärrest hitzezubehandeln. Für diesen Prozess wählte der Betreiber das HRS Digestate Pasteurisation System (DPS). Dieses System sorgt nicht nur dafür, dass die Gärreste hitzebehandelt werden, um sicherzustellen, dass sie frei von Krankheitserregern und Unkrautsamen sind, sondern hilft auch dabei, Gerüche zu beseitigen und die Qualität des entstehenden Biodüngers zu erhalten. Ein Wechsel des Ausgangsmaterials im Jahr 2020 führte zu einer Veränderung der Eigenschaften des zu verarbeitenden Gärrestes, wodurch die Wärmeübertragungseffizienz des ursprünglichen Wärmetauschers im HRS DPS-System verringert wurde.
Die Lösung
HRS arbeitete eng mit dem Anlagenbetreiber zusammen, um die im System verwendete Wärmetauschertechnologie zu verbessern. HRS konzipierte das System neu und integrierte einen neuen Wärmetauscher, der für zähflüssigere Produkte ausgelegt ist. Dabei wurden möglichst viele Komponenten des bestehenden Systems zusammen mit den vorhandenen Tanks vor Ort verwendet, um den neuen und verbesserten Prozess zu den niedrigsten Kosten zu implementieren. Effizienz war das Schlüsselwort für die Konstruktion und den Betrieb der Vievis AD-Anlage, und das energieeffiziente Design des HRS DPS war ein Schlüsselfaktor bei seiner Auswahl. Das auf Tanks basierende DPS verbraucht bis zu 70% weniger Energie als andere Technologien und arbeitet nach dem Drei-Tank-Prinzip. Während ein Tank befüllt wird, hält der zweite Tank die Gärreste über 70°C, während der dritte Tank geleert wird, wobei jeder Vorgang eine Stunde dauert. Die Vievis AD-Anlage ist nun in der Lage, ein breites Spektrum an schwierigen, zähflüssigen Rohstoffen zu verarbeiten und dabei weiterhin grüne, erneuerbare Energie und Biodünger zu produzieren.